Kinder zeichnen ihre «Wunschkirche»

Beim Rätselparcours zur Wanderausstellung können Kinder und Jugendliche nicht nur knifflige Fragen lösen und den Code zur Schatzkiste erraten, sondern auch ihre Wunschkirche zeichnen. Die ersten drei Zeichnungen von Luzerner Unterrichtskindern stellen je einen speziellen Aspekt von Kirche dar.

Was tut die Kirche eigentlich? Was Fachleute gern «Grundvollzüge der Kirche» nennen und mit komplizierten griechischen Frmdwörtern beschreiben, haben die Luzerner Unterrichtskinder in einfachen deutschen Worten gelernt: Die Kirche verkündigt, sie feiert, sie hilft und sie lebt Gemeinschaft.

Drei der Zehn- bis Zwölfjährigen haben sich jeweils eines dieser Worte ausgesucht und gezeichnet, wie die Kirche das in ihren Augen am besten verwirklichen kann:

Feiern

Wie die Kirche feiern soll: Meret hat das gezeichnet, was Theolog*innen gerne «leiturgia» nennen, also die Liturgie, die Feier von Gottes Gegenwart: Das Orchester, der Blumenschmuck und die volle Kirche zeigen, wie gross und prachtvoll sich Meret den Gottesdienst wünscht.

Helfen

Nicht nur in der Kirche geschieht Kirche, sondern auch und besonders dort, wo Menschen einander helfen: Das zeigt die Zeichnung von Julia deutlich. Wenn Menschen einander im Spital besuchen, Mut zusprechen, einander helfen, dann können sie den Kranken ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Und wer weiss, vielleicht ist es ihnen bald vergönnt, jemanden Genesenes abzuholen.

Das Helfen, der Dienst am Nächsten, heisst «Diakonie», vom griechischen «diakonia».

Gemeinschaft

Für Anouk ist klar: Nirgends kommt die Gemeinschaft der Kirche so gut zum Ausdruck wie im «Chri-So-La» auf der Mörlialp. In den christkatholischen Sommerlagern (dafür steht die Abkürzung Chri-So-La), das wissen die älteren Mörlialp-Erfahrenen unter uns, entstehen Freundschaften fürs Leben.

Und während die Expert*innen noch über das griechische Wort «koinonia» diskutieren, das «Gemeinschaft» heisst, freuen sich die Kinder und Jugendlichen auf das Essen vom Grill.

Verkündigen

Keines der Kinder wollte zeichnen, wie die Kirche verkündigen soll, und so hat das der Pfarrer übernommen. Er wünscht sich eine Kirche, in der Verkündigung keine Einbahnstrasse ist, vom einen, der spricht, zu den anderen, die zuhören. Vielmehr soll Verkündigung ein Dialog sein, ein Gespräch, mit Fragen, Antworten, Meinungen, Reflexion und Austausch.

Hier heisst das griechische Wort übrigens «martyria», es wird meistens mit «Zeugnis» übersetzt.

Übrigens: Alle, die eine Zeichnung einreichen und der Veröffentlichung zustimmen, bekommen im Lauf der Zeit, die die Wanderausstellung unterwegs ist, ein Geschenk. Was es ist, sei an dieser Stelle noch nicht verraten.